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Dienstag, 13. August 2013

Rezension: Dark Destiny

Titel:
Dark Destiny

Autor:
Jennifer Benkau

Verlag:
script5

Seitenzahl:
464

Preis:
18,95€



Hilflos musste Joy mit ansehen, wie Neél von ihren eigenen Leuten gefangen genommen und gefoltert wurde. Ihre große Liebe, all ihre Hoffnungen und Zukunftspläne zersplittern zu einem Scherbenhaufen, als sie schließlich von Neéls Tod erfährt. Trotz ihrer unendlichen Trauer fasst Joy einen folgenschweren Entschluss: Sie will nicht länger zu Matthials Clan gehören. Also macht sie sich allein und schlecht ausgerüstet auf den Weg durch Bomberland und von feindlichen Clans besetztes Gebiet. Es ist eine Suche nach Antworten: Wie starb Neél? Und warum? Doch es ist auch eine Suche, an deren Ende Hoffnung steht. Hoffnung auf eine zweite Chance.
"Wenn du mich je verlässt, dann lass mich mit dir kommen"
- Seite 308

"Wenn man etwas wirklich will, muss man dafür oft einen hohen Preis zahlen. Kleider und Waffen bezahlt man mit Münzen. Mit demjenigen zusammen zu sein, den man liebt, bezahlt man mit begrabenden Träumen"
-Seite 321

Auch hier passen Cover und Titel wieder super zum Buch. Dark Canopy über Joy, aber der freier Himmel und das Meer sind zu sehen und versprechen Hoffnung.
Ach, es ist so schön und traurig zugleich!



Wie soll ich eine Rezension zu diesem Buch schreiben? Zu einem Buch, was mich so sehr bewegt hat; mich so gefangen und gefesselt hat? Zu einem Buch, was mich nur bei der Erinnerung zum Verzweifeln bringt? Ein Buch, was ich so sehr liebe und auf immer eines meiner Lieblingsbücher sein wird?
Denn „Dark Destiny“ ist all das. Eines der besten Bücher das ich je gelesen und mit Sicherheit noch mehrmals zur Hand nehmen werde. Es hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht; glücklich gemacht und verstört. Jede Seite habe ich genossen, jedes Wort geliebt. 
Wie fange ich eine Rezension für so ein Buch also an? Wie finde ich die passenden Worte um ihm gerecht zu werden?
Ich habe Dark Destiny vor ungefähr drei Monaten gelesen. An einem einzigen Tag habe ich es verschlungen und konnte es nicht aus der Hand legen. Seitdem überlege ich, wie ich diese Rezension schreiben soll und befürchte schon, dass ich alles Wichtige vergessen habe. 

Von der ersten Seite an hatte ich Angst vor dem Ende. Ich musste nur den Prolog lesen um völlig verzweifelt wegen des Endes zu sein.

Als das Buch beginnt befinden wir uns auch einer Achterbahn, zusammen mit Joy. Immer wieder erfährt sie, dass Neèl angeblich tot ist, nur um später von jemand anderem zu erfahren, dass er noch lebt. Dann ist er wieder tot, dann lebt er wieder. 
Schon hier weiß man nie was man denken soll und ähnlich wie Joy will man einerseits nicht glauben, dass er gestorben ist und sich andererseits auch nicht vorstellen, was ihm allen noch angetan werden kann, wenn er nicht tot ist. Letztendlich will man nur Gewissheit.

Joy ist eine dieser Protagonisten, die ich nur bewundern kann. Sie lässt sich wenn es darauf ankommt nie von ihren Gefühlen übernehmen und versucht stets rational und beherrscht zu sein. Sie ist so stark und beeindruckend. Andererseits hat sie auch ihre Fehler, zum Beispiel, dass sie sich schlecht einordnen kann und manchmal ein wenig zu impulsiv ist.

Ich hatte schon am Ende von Dark Canopy die unangenehme Vorahnung, dass Joy vielleicht den Großteil des Buches alleine durch die Welt wandern würde, auf der Suche nach Neèl. Und sie ist auch lange auf der Suche nach ihm, aber die Seiten sind nur so dahingeflossen. 
 Mit Joy und Neèl als Protagonisten habe ich nie das Gefühl von Langeweile. Beide haben eine solche Gedankenwelt, die mich fesselt und beide lieben lässt. 

Natürlich hängt das auch mit Jennifer Benkaus unbeschreiblichen Schreibstil zusammen, der es selbst in ruhigen Momenten schafft, meine Augen an die Seiten zu fesseln. 
Eigentlich empfinde ich ihren Schreibstil nicht als poetisch und trotzdem gibt es einige Sätze, die ich für immer behalten möchte. Ihre Sätze strahlen immer eine solche Ruhe aus, ohne langatmig zu sein, und es stresst einen nicht, actionreichere Szenen zu lesen. Dafür hat man das Gefühl, den genauen Überblick über die Situation zu haben.

Ich konnte mir nicht vorstellen, was genau in Dark Destiny passieren sollte, denn obwohl Dark Canopy zwar mit einer ziemlich fiesen Situation geendet hat, war ich mir trotzdem nicht sicher, ob Teil zwei gut daran anknüpfen könnte.
Allerdings hat Jennifer Benkau es geschafft, für jedes Buch einen eigenen Handlungsbogen zu schaffen und gleichzeitig noch einen größeren, der sich über beide Bücher erstreckt.

In Dark Destiny geht es nicht ganz so actionreich zu, wie noch im Buch zuvor. Vielmehr geht es um Joy und Neèl in ihrer Beziehung und um die Gesellschaft um sie herum.
Letztendlich geht es ums Überleben, aber nicht so wie noch in Dark Canopy; nicht so unausweichlich.
Dafür spielt die Politik und das System eine größere Rolle und die schleichende Bedrohung, die beides für Joy und Neèl darstellt.

 Ich mochte es hier sehr gerne, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht beschönigt wurden, nur weil die zwei wieder zusammen sind. Trotzdem sie einander wieder gefunden haben und darüber glücklich sind, ist die Welt dadurch eben nicht gleich ein besserer Ort. Es gibt immer noch andere Probleme und man merkt, dass beide nie vollkommen glücklich sein können, obwohl sie einander haben. In gewisser Weise schränkt das die beiden sogar ein und macht sie verletzlich. So sehr ich die beiden als Paar liebe, eigentlich ist sie nicht gut für sie.
Diese Lage spitzt sich bis zum Schluss zu und führt letztendlich zu einem spektakulären Ende.

Wenn ich jetzt, ungefähr ein viertel Jahr später, an das Buch denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut und dieses furchtbare Gefühl der Verzweiflung.
Noch immer, fühle ich diese Ungerechtigkeit und Trauer und das ist seltsam, denn eigentlich sind es doch nur Worte. Aber die Geschichte hat mich so vereinnahmt, dass ich immer noch daran hänge. Und um ehrlich zu sein denke ich, dass ich noch mein ganzes Leben daran hängen werde.
Selbst das Ende ist ein einziges Auf und Ab der Gefühle. Ständig wechseln sich Erleichterung und Spannung ab und nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, konnte ich nicht glauben, dass es wirklich vorbei ist.
Ich hätte bei dieser Geschichte kein Problem damit gehabt, wenn sie noch 1000 Seiten mehr gehabt hätte.
Das Ende hat mich emotional ziemlich zerstört und aufgekratzt; ich glaube, ich hab lange nicht mehr so seht bei einem Buch geweint.


Dark Destiny war wahnsinnig schön und traurig; ich liebe es und ich hasse es.







Ein letztes noch.


Sonntag, 2. Juni 2013

Rezension: Dark Canopy

Titel:
Dark Canopy

Autor:
Jennifer Benkau

Verlag:
script5

Seitenzahl:
524

Preis:
18,95€







Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr.

 "Du solltest das Brot aufessen, bevor es kalt wird. Ich geb noch nicht auf. Du kannst hierbleiben. Bei mir."
Er kämpfte noch immer um mich und meine Entscheidung. Er kämpfte mit süßem weißem, watteweichem Maisbrot, das geschmolzene, salzige Butter aufgesogen hatte, und er kämpfte mit Küssen, die mich betrunken machten, mit klebrig, zuckrigem Wein aus Zimt und Pflaumen und mit seinen groben Händen an den empfindlichsten Stellen meines Körpers.
"Wir sehen uns wieder", sagte ich - es machte nun keinen Unterschied mehr, ob ich log oder nicht. Die Lüge  ermöglichte uns eine letzte, kurze, fast unbeschwerte Nacht. Morgen würde sowieso alles vorbei sein.
"Im Mondlicht, ja."
-Seite  478

Matthial unterbrach mich, indem er mein Gesicht streichelte, als wäre ich schwer verletzt. "Du redest wirr."
Ich wollte rufen: Natürlich tue ich das. Gefühle sind wirr, wer sie in einfachen Worten beschreibt, hat sie nicht verstanden. 
Stattdessen sagte ich: "Ist das nicht seltsam? Mir kommt es vor, als würde ich nach langer Zeit endlich klar sehen."
-Seite 518





Genial! So Genial!
Das Cover ist wunderschön und passt perfekt. Dark Canopy, der sich über dem Bomberland ausbreitet - großartig!
Und der Titel? Ja, auch der dürfte kein anderer sein!







Dieses. Buch. Ist. Der. Wahnsinn.
Es ist schon so lange her, dass ich Dark Canopy und sogar Dark Destiny gelesen habe und ich konnte mich einfach nicht dazu bringen, eine Rezension zu schrieben. Tatsache ist, dass ich diese Bücher liebe. Sie gehören ab jetzt zu meinen Lieblingsbüchern und ich kann euch versichern, dass ich sie noch mehrmals lesen werden.

Angefangen mit der dystopischen Welt, die Jennifer Benkau schafft. Was mich wundert und fast erschreckt ist, dass sie eigentlich gar nicht so abwegig klingt. Dass es irgendwann zu einem dritten Weltkrieg kommen wird, ist klar. Und auch, dass genetische Experimente irgendwann auch bei Menschen gemacht werden, ist nicht unrealistisch.
Die Welt von Joy ist sehr düster (im wahrsten Sinne des Wortes), aber das hat mich nicht abgeschreckt, sondern neugierig gemacht.

Jennifer Benkau bekommt es sowieso wahnsinnig schnell hin, dass man im Buch drin ist. Obwohl ich die ersten 100 Seiten nahezu in Unwissenheit war und manche Stellen mir sehr verwirrend vorkamen, konnte ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen. Nein, ich habe es sogar beinahe in einem Tag durchgelesen! Der Schreibstil ist so schön und poetisch, aber nicht kitschig.

Joy und Neél sind die beiden Protagonisten im Buch und natürlich kommen die beiden zusammen.
Trotz dieses Wissen von der ersten Sekunde, habe ich ihre Beziehung geliebt! Sie entwickelt sich so schön und realistisch, blüht immer mehr auf, bis Joy und Neél nicht mehr Mensch und Percent sind, sondern einfach zwei Personen, die sich lieben.

Joy hat mir super gefallen. Sie ist so stark und reif! Ich denke, es war sehr gut, sienicht als 16-jähriges Mädchenauftreten zu lassen, sondern als junge Frau, weil das in dieser Welt viel authentischer ist.
Ich bewundere Joy auf viele Weisen, aber vor allem für ihre aufopferungsvolle Art, die nie übertrieben wirkt. Sie setzt ihre Prioritäten sehr gut, bleibt dabei aber immer sehr sachlich und nicht zu waghalsig, dass es naiv wirkt. Joy ist niemand, die ihr Leben mal mir nichts, dir nichts wegwirft, weil sie so einen Drang nach Selbstopferung hat. Man merkt, dass sie Leben will und das mit allen Mitteln.

Neél ist ein Percent. Was das genau ist, weiß man relativ lange nicht, aber genau das mochte ich. Da Joy nicht wirklich weiß, was Percents sind, weiß das auch der Leser nicht, bis es Neél ihr erklärt.
Ach Neél - wo soll ich nur anfangen?
Er ist so ein vielschichtiger Charakter, der eindeutig Fehler hat, aber genau diese machen ihn liebenswert. Auf den ersten Blick scheint er unnahbar und herzlos, und das ist er später auch noch. Aber gleichzeitig wird er zum Beispiel von manchen Percents selber nicht akzeptiert, weil er anders ist.
Neél ist kalt, liebevoll, witzig, ehrgeizig, ernst...und jede dieser Facetten zeigt er im Buch und gegenüber Joy.
Natürlich hat sie unter ihm zu leiden, aber dieses Leiden verwandelt sich in Verstehe und das ist der erste Schritt den sie gehen müssen.

Ich mochte es, wie Jennifer Benkau es schafft, die Welt der Percents nicht ganz so kalt erschienen zu lassen, wie man sie sich zuerst vorstellt. Mit de Zeit lernt man, dass auch Percents Gefühle haben und nicht alle identisch sind.

Es gibt viele Bücher, bei denen es um zwei Liebende einer anderen "Spezies" geht, aber kaum eine geht mir so nahe wie Joy und Neél. Es ist die Art, wie sie sich einander annähern und langsam ihre Vorurteile ablegen. Beide entwickeln sich durch den anderen halten aber immer noch an ihren Idealen fest. Ihre Beziehung ist hart, aber sie ist dieser keine Lichtfunke in dieser dunklen Welt.
Joy und Neél finden Wärme und Freunde an einem Ort, an dem es so etwas überhaupt nicht mehr zu geben scheint und entfliehen so der Realität.

Mich hat das Buch wirklich zum Nachdenken gebracht.
Wie weit gehen wir noch mit den ständigen Kriegen? In wie weit ist unsere heutige Wissenschaft und die Fortschritte, die sie macht wirklich gut?
Und obwohl es ziemlich ernst ist, konnte ich an manchen stellen trotzdem herzlich lachen! Wie Neél und Joy miteinander umgehen, besonders in der Anfangszeit (wenn sie sich aber trotzdem nicht mehr hassen), war ironisch und zynisch.

Das Ende. Wie kann man einen Menschen nur so quälen?!
Und damit meine ich nicht nur mich sondern auch...naja, halt eine andere Person. Das Ende von Dark Canopy ist großartig - ich persönlich bin aber auch leicht masochistisch, wenn es um Bücher geht. Auf jeden Fall konnte ich das Buch bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen und nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, wusste ich schon, dass ich Dark Destiny haben musste.

So ist das also. Lest einfach das Buch.

Handlung: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Schreibstil: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Charaktere: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Spannung: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Humor: ♥♥♥♥ (4/5)
Tiefgang: ♥♥♥♥♥ (5/5)






Dark Canopy ist eine der besten Dystopien, die ich je gelesen habe und ich bin mir sicher, dass ich es noch mehrmals lesen werde.
Es hat einfach alles, was man von einer guten Dystopie - nein, von einem guten Buch - will: tolle Handlung mit Überraschungen, glaubwürde Charaktere, Sapnnung, eine interessante, originelle Zukunftsvision und trotzdem noch Humor und Tiefgang!
Ich liebe diesen Buch so sehr und konnte es kaum abwarten, Dark Destiny zu lesen. Sogar drei Tage warten war fast zu viel für mich!

Dienstag, 4. Dezember 2012

Rezension: In deinen Augen

Deutsche Aufmachung
Original
Titel:
In deinen Augen
(Original: Forever)

Autorin:
Maggie Stiefvater

Verlag:
Script5

Seitenzahl:
496

Preis:
18,90€






Klappentext:


Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace Rückkehr aus dem Wald. Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel seine Familie zu retten. Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben.




Cover und Titel:



Die Cover der gesamten Reihe sind natürlich wunderschön, sehr kitschig, aber wunderschön, und so ist es natürlich bei diesem Buch auch. Besonders wenn alle Bücher nebeneinander stehen ist das ein wunderbarer Blickfang im Bücherregal. 
Mit "In deinen Augen" vervollständigt sich ja auch der ganze "Satz" der Bücher 'Nach dem Sommer ruht das Licht in deinen Augen', als Idee finde ich das wunderbar, aber ich finde leider nicht, dass ''In deine Augen'' an sich so gut passt. Es wird schon ein paar Mal darauf angespielt, aber dann bezieht sich das eher auf Beck und der ist wahrscheinlich hier eher weniger gemeint. Andererseits haben ja Sams Augen für die Geschichte eine sehr große Bedeutung, allerdings für die ganze Reihe und nicht speziell den letzten Teil.



Meine Meinung:



Fangen wir am besten gleich mit den Sachen an, die mir nicht gefallen haben. 
richtig, die nicht vorhandene Spannung. Ich habe das Buch innerhalb von vielleicht 3 Wochen gelesen, einfach, weil ich zwischendrin eine 2-wöchige Pause eingelegt habe. Ich hatte mir so gewünscht, dass dieses Buch das beste Buch der Serie wird und irgendwo war es das auch, aber irgendwie dann halt auch wieder nicht. 
Es geht leider viel zu wenig um Isabelle und Cole, was die Geschichte meiner Meinung nach sehr streckt und nicht voran bringt. Es geht viel zu sehr um Sam und Grace und ich wurde einfach meine Meinung nicht los, dass die beiden einfach richtig langweilig und kitschig sind. 
Es gibt tatsächlich ein, zwei schöne Szenen aus Coles Sicht oder Isabells, aber bei weitem nicht so viele, um einen bei der Stange zu halten. Nach Ruht das Licht habe ich mir wirklich erhofft, dass die beiden zusammen kommen und davon gibt es auch Andeutungen, aber das Ganze wirkt immer so traurig uns aussichtslos, dass es einem richtig weh tut! Man hat das Gefühl, dass die beiden niemals Glücklich sein werden. 
Also gut, ich habe mich bis kurz vorm Ende durchgequält, wollen wir es dabei belassen, weil ich das Ende wirklich grandios fand! 
Ich denke, nein ich weiß, dass es nicht jedem gefallen wird, weil es sehr offen und melancholisch ist, aber ich mochte das wirklich sehr. 
Ich habe genug von Büchern, bei denen alles immer gut ausgeht und dieses hier ist wirklich nicht so. Es bleiben viele Fragen offen, die einen wirklich wünschen lassen, es gäbe noch einen vierten Teil. Und sogar ich als offizieller Nicht-Grace-Fan, finde es irgendwie schade, dass sie letztendlich ein Wolf bleiben wird. 
Allerdings hat mich -natürlich- das Ende von Cole und Isabelle noch viel mehr fertig gemacht! Ich musste weinen, ich war verzweifelt, ich war wütend, ich war traurig und dann musste ich wieder lachen. Es ist zum einen der Abschied von Isabell, aber auch was mit Cole auf der Jagd passiert, besonders das. 
Dadurch, dass man gegen Ende wirklich merkt, dass nicht alle Fragen geklärt werden und es ein offenes Ende geben muss, liest es sich auch gleich viel besser. Ich fand, es wurde dadurch nahezu spannend, aber zumindest habe ich an den Seiten geklebt. Das liegt aber auch an dem wirklich wunderbaren Schreibstiel von Maggie Stiefvater, den ich so bewundere. Sie schafft, diese traurige, melancholisch Stimmung, in die man regelrecht versinkt, während man liest. Besonders, wenn es draußen so kalt ist, liebe es solche Bücher. 

Originalität: ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil: ♥♥♥♥ (4,5/5)
Charaktere: ♥♥♥♥ (4,5/5)
Spannung: ♥♥ (2/5)
Humor: ♥♥♥ (3/5)
Tiefgang: ♥♥♥♥ (4/5)


Fazit:


Es ist wirklich Schade, dass das Buch nicht die ganze Zeit so wundervoll fesselnd war, wie am Ende, den das hätte ich mir für diese Bücher sehr gewünscht. Ich bin schon ein wenig traurig, dass die Wölfe von Mercy Falls jetzt Geschichte sind und obwohl auch Ruht das Licht nur 3,5 Herzen bekommen hat, zählt diese Reihe wirklich zu einer meiner liebsten Trilogien.

♥♥♥

Sonntag, 29. Juli 2012

Rezension: Ruht das Licht



Deutsches Cover
Originales Cover

Titel:
Ruht das Licht
(Original: Linger)

Autorin:
Maggie Stiefvater

Verlag:
Script5

Seitenzahl:
400

Preis:
18,90€

Klappentext:

Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird...


Der erste Satz:

 "Dies ist die Geschichte eines Jungens, der ein Wolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde."


Cover und Titel:

Joa..."Ruht das Licht" ist einfach kein schöner Titel. Ich muss es ja einfach mal so d´sagen, wie es ist. Allerdings klingt "'Nach dem Sommer' 'Ruht das Licht' 'In deinen Augen'" wirklich wunderschön. Das Cover gefällt mir hier auch nicht so gut wie bei Band eins, weil ich immernoch nicht ganz verstehen kann, warum da ein Mädchen und ein Wolf abgebildet sind und nicht ein Junge und ein Wolf. Es ist doch Grace, die sich in einen Wolf verwandelt. Sam hat das doch schon abgehackt. Ich hab mit dem Gedanken gespielt, dass es vielleicht Isabel und Cole sind, aber das halte ich eigentlich auch für unwahrscheinlich...
Andererseits ist das englische Cover da ja auch nicht wirklich besser.


Meine Meinung:

"Ruht das Licht" hat mir in ein paar Aspekten besser und schlechter gefallen als "Nach dem Sommer".
Erstmal, warum es mir nicht ganz so gut gefallen hat, wie der erste Teil. 
Sam und Grace verlieren für mich eindeutig den Reiz, ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, aber es ist so. ich fand den ersten Satz sehr schön und irgendwie mag ich die Idee, das Ende des Buches schon am Anfang zu verraten, aber damit nimmt man halt so viel Spannung, das ist schade. 
Was das Buch für mich aber eigentlich so interessant und lesenswert gemacht hat, waren Isabel und Cole. 
Isabel erlebt im Vergleich zum erstem Teil so eine wunderbare Wandlung. Man erfährt mehr über ihr Leben und dass es gar nicht so einfach ist. Dadurch versteht man, warum sie so eine Zicke war, oder ist und das verleiht ihrem Charakter eine mir sehr sympathische Tiefe. 
Auch Cole, der am Anfang so absolut desinteressiert am Leben ist, fand ich herrlich. Als er sich später auch noch eingestehen kann, dass er das Leben seinen Freundes im Prinzip beendet hat, war ich ganz hin und weg. 
Cole und Isabel sind wirklich meine absoluten Lieblinge geworden. Sie sind so witzig und ironisch und ihre Szenen zusammen triefen immer nur so vor Sarkasmus. Ich liebe das einfach. 
Die beiden passen auch einfach so gut zusammen, ohne, dass sie es sich eingestehen wollen. Und immer dieses hin und her zwischen den beiden fand ich total süß. 

Originalität: ♥♥♥ (3,5/5)
Schreibstil: ♥♥♥♥ (4,5/5)
Charaktere: ♥♥♥ (3/5)
Spannung: ♥♥ (2,5/5)
Humor: ♥♥♥♥ (4,5/5)
Tiefgang: ♥♥♥♥ (4/5)



Fazit:

Alles in allem retten Cole und Isabel das Buch ganz eindeutig. Ich will unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht und was die andere Sache ist, die in das Wolfsein mit reinspielt.
Was Sam und Grace betrifft, kann ich dieses Buch nicht sonderlich weiterempfehlen, totzdem hat mir das Buch ein winzigkleines Stückchen besser gefallen, als "Nach dem Sommer", weil ich Cole und Isabel einach viel interessanter finde.

♥♥♥